
Leitbild des Seelsorgeraumes Dietikon-Schlieren
Das Leitbild äussert sich zu folgenden Themen:
1. Allgemeine Leitideen
2. Zielsetzungen
3. Aufgaben
4. Gestaltung und Leitung
5. Organisation und Zusammenarbeit
6. Personelles
7. Information und Kommunikation
8. Qualitätsentwicklung bzw. –sicherung
Formelle Sachverhalte, insbesondere Aussagen über Rechtsform, Finanzen und Investitionen sowie Grundlagen des Seelsorgeraums sind in der Vereinbarung zwischen den römisch-katholischen Kirchengemeinden Dietikon und Schlieren, der Geschäftsordnung bzw. im Anhang des Schlussberichtes enthalten.
1. Allgemeine Leitideen
1.1 In der auf Jesus gründenden Kirche verstehen sich die drei Pfarreien im Seelsorgeraum, St. Agatha und St. Josef, Dietikon und St. Josef, Schlieren, als Teil des Volkes Gottes. Sie leben aus der Verbundenheit mit Gott, wurzeln in der Erlösung Jesu Christi und helfen mit, den Geist des Reiches Gottes in unseren Gemeinschaften und in unserer Gesellschaft zu entfalten.
1.2 Wie in der Urkirche die Gläubigen auf vielfältige Weise zur christlichen Gemeinde gehörten, so ist es auch im Seelsorgeraum. Bei der konkreten Seelsorgearbeit in den Kirchen von Dietikon und Schlieren ist daher die integrierende Haltung Jesu Christi Leit- und Vorbild. Diese Weggemeinschaft orientiert sich an seinem Wort und Leben, wie es die Urkirche überliefert. Zugleich ist sie Teil der katholischen Weltkirche und ihrer Tradition. Auch hieraus schöpft sie Kraft, Orientierung und einen weltweiten Horizont.
1.3 Die Kirche im Seelsorgeraum ist eine Kirche im Wandel. Sie verändert sich von einer «Komm her – Kirche» zu einer «Geh hin – Kirche», von einer versorgten Gemeinschaft zu einer offenen und begleitenden Gemeinschaft. Dabei beachtet sie die demographischen, multikulturellen und soziologischen Gegebenheiten sowie die Veränderungen der Bedürfnisse und Lebenshaltungen der Mitmenschen. Sie sucht auch die verschiedenen Formen von Kritik aufzunehmen.
1.4 Als Antwort auf die technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit sucht die Kirche des Seelsorgeraumes die menschliche Sehnsucht nach Religiösem und Lebensbejahendem aufzunehmen und Lebensorientierung, Beheimatung und Festigkeit in einer gläubigen Tiefe zu vermitteln. Hierin soll sie ihre eigene spirituelle Identität finden und entfalten.
1.5 In dieser Spiritualität folgen die Pfarreien des Seelsorgeraumes Jesus Christus nach. Sie tun dies mit den Mitteln einer einfühlsamen Diakonie, einer zeitgemässen Verkündigung und im Feiern einer lebendigen Liturgie, welche das Lob und Dank der Menschen zum Ausdruck bringt. Die Pfarreien leben und pflegen eine Spiritualität, welche die Menschen ernst nimmt und akzeptiert. So stehen sie miteinander im Dienst der von Gott verheissenen und gewollten «Fülle des Lebens».
1.6 Insbesondere macht sich das Seelsorgeteam diese spirituelle Ausrichtung zu eigen und sucht ihre Arbeit danach auszurichten.
2. Zielsetzungen
2.1 Im Seelsorgeraum werden die für die Gemeinschaften aufgeführten allgemeinen Leitideen konkretisiert und ihre Umsetzung organisiert.
2.2 Die Leitideen werden kompetent und zielgerichtet erfüllt.
2.3 Der Seelsorgeraum sucht und findet Antworten auf die neuen pastoralen Erkenntnisse.
2.4 Der Seelsorgeraum gibt sich eine Führungs- und Teamstruktur, welche Raum für eine umfassende und zukunftsfähige Pastoration ermöglicht.
2.5 Das Seelsorgeteam erarbeitet sich seine eigenen Leitideen.
3. Aufgaben
3.1 Die strukturierte, konzeptionell geleitete Arbeit im Seelsorgeraum
erfüllt die folgenden Aufgaben:
- Gestaltung von vielfältigen Gottesdienst- und Gebetsformen
- Förderung der gemeinschaftlichen Spiritualität
- Ökumenische Zusammenarbeit mit anderen Konfessionen und Religionen
- Kirchliche Bildungsarbeit
- Kirchliche Sozialarbeit
- Integration und Unterstützung von Vereinen, Gruppierungen und Einzelpersonen
3.2 Dies geschieht unter Beachtung folgender Grundsätze und Leitbegriffe:
- «Lebendigkeit», «Solidarität», «Kooperation» und «Toleranz»
- Ständige Überprüfung der kirchlichen Angebote
- Neue Anforderungen der Territorial-* und Kategorialseelsorge **
- Berücksichtigung der geografischen Einheit sowie der demografischen und soziokulturellen Entwicklungen
4. Gestaltung und Leitung
4. 1 Alle Leitungsfunktionen werden grundsätzlich im Team wahrgenommen und beinhalten jeweils strategische und operative Tätigkeiten.
4. 2 Namentlich werden in der Gestaltung und Leitung folgende Bereiche
konkretisiert:
- Führung des Seelsorgeraums
- Personalförderungskonzept
- Beratung und Mitbeteiligung der Pfarreiräte an Gestaltung und Leitung
- Kommunikationskonzept (intern/extern)
- Qualifikationskonzept
- Nachhaltige Qualitätsentwicklung
5. Organisation und Zusammenarbeit
Die Zusammenarbeit basiert auf einer systematischen Gesamtkonzeption im Seelsorgeraum. Diese enthält:
- Definitionen und Umschreibung der wesentlichen strukturellen und inhaltlichen Hauptfunktionen
- Klärung der Zuständigkeiten und Funktionen der Mitarbeitenden im Seelsorgeraum (kategoriale und territoriale Aufgabenteilungen, Funktionsbeschreibungen, Pflichtenhefte, soziale und fachliche Kompetenzen)
- Definition der Arbeitsprozesse/Arbeitsabläufe
- Aufteilung der Arbeiten in fest definierte Aufgaben sowie in zeitlich begrenzte Projekte
- Nutzung von Synergien und deren Vernetzung
- Darstellung der Organisationsstruktur in einem Organigramm
- Optimierung aller Mittel
- Einsatz neuer Technologien
- Geeignete Räumlichkeiten mit einer zeitgemässen Infrastruktur
6. Personelles
6.1 Im Seelsorgeraum wird darauf geachtet, dass Mitarbeitende ihre kirchliche Spiritualität leben und weiterentwickeln können.
6.2 Ein auf dieser Basis aufgebautes Personalförderungskonzept umfasst ausserdem
- Stellenpläne
- Funktionsbeschreibungen
- Anforderungskataloge, Selektionsverfahren, Pflege des Arbeitsklimas
- Besoldungs- u. Sozialleistungsreglemente (gemäss Anstellungsverordnung Röm.-kath. Körperschaft, Kt. Zürich)
- Qualifikationskonzept
- Weiterbildungskonzept
- Vielfältige Unterstützungsangebote
7. Informationen und Kommunikation
7. 1 Im Seelsorgeraum besteht ein definiertes Informationskonzept. Dieses wird durch eine spezielle Stelle professionell wahrgenommen.
7. 2 Im Seelsorgeraum wird darauf geachtet, dass die Pfarreiangehörigen alle für sie wichtigen Informationen erhalten.
8. Qualitätsentwicklung- bzw. sicherung
Mit Hilfe eines zu entwickelnden Konzeptes wird sichergestellt, dass
- alle Mitarbeitenden eine angemessene Bildung und Erfahrung mitbringen und ihre Kompetenzen ständig weiterentwickeln
- eine regelmässige Evaluation der gesamten Arbeit ermöglicht wird.
* Seelsorge in Pfarreien, deren Mitglieder auf dem Gebiet der Pfarrei wohnen und/oder in Beziehung zu ihr stehen
** Überpfarreiliche Seelsorge für Menschen in bestimmten Lebenssituationen oder Notlagen